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ZIERENBERG.Angelika Drude wäscht erst einmal die schwarze Schafwolle - sie will lernen, die Wolle der in ihren Ställen stehenden Schafe zu verarbeiten. Jutta Weber versucht sich derweil am Handspulrad, ihr Ziel ist es, das Spinnen zu erlernen. „Anhand von Büchern fällt mir das schwer“, sagt sie. Angelika Cyriax hilft ihr beim Drehen; die junge Frau hat einen Neufundländer zu Hause und will die ausgebürsteten Haare des Hundes verspinnen. Und Christiane Metzler-Bräutigam glaubt, als Vorsitzende einer Spinnstube selber auch am Spinnrad sitzen zu müssen.
Zwei Tage ist das Foyer im alten Zierenberger Rathaus zur Spinnstube umfunktioniert:
Die Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins, Jutta Fischer, hatte gemeinsam
mit ihrer Tochter Doris eingeladen, an zwei Tagen die alte
Handwerkstechnik und den Umgang mit dem Naturmaterial Wolle zu lernen.
Auch Edith Meinz meldete sich, um den ganzen Ablauf vom „Schaf zur Wolle“
zu erfahren. „Ich handarbeite gerne, aber spinnen kann ich nicht“, erzählt
Brigitte Händler. Mit dem Waschen des Schafflieses beginnt der Kurs. Nach
dem Trocknen kommt das Lockern dran und dann das Kardieren: In eine Karde,
ein mit Metallhäkchen bestücktes Holzbrettchen, legen die Frauen die
ungezupfte Wolle, die sie mit der zweiten Karde durchkratzen. Mit dem
langsam drehenden Handspulrad, dem so genannten Dornröschenspinnrad mit
der spitzen Spindel, bekommen die Kursteilnehmerinnen ein Gefühl für das
Arbeiten mit einem Spinnrad. Erst dann setzen sich die Frauen an das
Arbeitsgerät, neben dem ein Knäuel weiße Wolle liegt. Es stamme, so
erklärte Jutta Fischer, von gepflegten Muttertieren, deren Fell besonders
lang war.
Während des Spinnens konzentrieren sich die Frauen auf den Rhythmus der
Spinnradpedale. Die Stille wird nur dann unterbrochen, wenn Jutta und
Doris Fischer Hilfestellungen geben. Das Zwirnen, das bedeutet das
Verdrehen von zwei Fäden, damit sie verarbeitet werden können, lernen die
Frauen auch. Am Ende ist Angelika Cyriax stolz: Sie hat ihr erstes Knäuel
gezwirnt.
Zusätzlich zum Spinnen steht noch ein Einführungs-Filzkurs auf dem Programm. Beim abschließenden Kaffeeklatsch werden Erfahrungen ausgetauscht. Das Ergebnis des zweitägigen Seminars Tages fasst Angelika Drude zusammen: „Es hat riesig viel Spaß gemacht.“ (ZJG)